Kaffeevollautomaten
mieten statt kaufen

Kaffeeautomaten in öffentlichen Gebäuden - Der Leidensbericht eines Kölner Studenten aus der Schlange

Viele deutsche Unis sind überlaufen. Das spürt man nicht nur an überfüllten Hörsälen oder der Wohnungsknappheit. Immer mehr Studenten klagen über die unzureichende Anpassung von Speise- und Getränkeangeboten in Anbetracht der gestiegenen Studierendenschaft - und das gilt insbesondere für den dringend benötigten Kaffee.

Kaffeeautomaten in öffentlichen Gebäuden - Der Leidensbericht eines Kölner Studenten aus der Schlange

Universität zu Köln, Montag, 11:30 Uhr: 500 Leute, die teilweise auf der Treppe sitzend 90 Minuten dem Professor der Mathematik-Vorlesung lauschten, strömen aus dem größten Hörsaal der Uni. Das Ziel: Die 30-minütige Pause bis zur nächsten Veranstaltung möglichst gut nutzen. Und wie? Mit einem Käffchen und den Kommilitonen: Ein bisschen quatschen und den heißen Wachmacher genießen.

Doch dann kommt die Enttäuschung. Mindestens die Hälfte der Menschenmasse plus weiterer Studenten aus den Nachbarräumen stehen vor der kleinen Kaffeebar, die von zwei Mitarbeitern des Studentenwerkes betrieben wird. Keine realistische Chance auf einen Kaffee innerhalb der nächsten 25 Minuten. Und die ganze Pause mit Anstehen verbringen scheint angesichts der nächsten anstrengenden Vorlesung auch nicht verlockend.

Also was tun?

  • Auf Kaffee verzichten und das Risiko eingehen die nächste Vorlesung durch gelegentliches Einnicken zur Hälfte zu verpassen?
  • Zur nächsten erreichbaren Kaffeebar/Mensa sprinten und hoffen rechtzeitig zurück zu sein um noch einen Sitzplatz zu ergattern? (Zudem fraglich, ob die Anstehsituation dort besser aussieht).
  • Sich wirklich an das Ende der Schlange stellen und somit auf Gespräche mit Freunden, den Gang zur Toilette oder das pünktliche Erscheinen verzichten
  • Und was ist, wenn ich für den Weg zum nächsten Hörsaal schon 20 Minuten einplanen muss? Keine Chance auf einen Kaffee.

Egal für welche Alternative man sich entscheidet, der Wunsch nach einer kurzen, angenehmen Auszeit vom Vorlesungsstress bleibt unerfüllt. So geht es vielen Studenten, die an großen Hochschulen eingeschrieben sind.

Also was müssen die Universitäten bezüglich der Versorgung Ihrer Studierenden und auch Lehrenden unternehmen, um der offensichtlichen Überfüllung entgegenzuwirken? Die Errichtung neuer Versorgungsstätten wie zum Beispiel Kaffeebars etc. scheint aufgrund des ohnehin schon kaum ausreichenden Platzes sowie den dauerhaft hohen Kosten für die Betreibung nicht bzw. kaum umsetzbar.

Im Gegensatz dazu stehen zwei Alternativen, die eine vielversprechende Lösung unter Berücksichtigung niedriger Kosten, versprechen.

Aufstockung der vorhandenen Kaffeebars

Indem man die vorhandenen „Koffeinversorger“ der Universität entweder mit neuen, leistungsfähigeren Geräten ersetzt oder den ein oder anderen Kaffeevollautomaten zusätzlich installiert, kann man die Zubereitungszeit stark verkürzen.

Somit müssen die Studenten zwar immer noch eine gewisse Zeit anstehen, aber der Bedarf an Kaffee kann bei großem Ansturm schneller gedeckt werden.

Münzautomaten

Die deutlich bessere Alternative stellt die Installation von Kaffeeautomaten an hochfrequentierten Stellen im Gebäude dar, die von den Studenten selbst bedient werden. Die Vorteile hierbei sind vielseitig:

  • Bezahlung: Neben der üblichen Barzahlung besteht die praktische Möglichkeit mit der Mensakarte oder dem Studierenden- bzw. Mitarbeiterausweis zu bezahlen.
  • Gesteigerte Angebotspalette: Neben klassischem Kaffee und Kaffeespezialitäten kann hier zusätzlich Tee, Kakao oder ähnliches bestellt werden.
  • Mit den Automaten können deutlich mehr Menschen gleichzeitig ihr Heißgetränk bestellen.
  • Die Abfertigungszeit pro Person ist durch das Bestellen per Knopfdruck und dem Wegfall des persönlichen Bestellvorgangs deutlich gesenkt.
  • Die Anzahl der Kaffeeliebhaber verteilt sich besser auf die verschiedenen Standorte und vorhandenen Kaffeebars etc., sodass es seltener zu verstopften Fluren und Eingängen durch Warteschlangen kommt.

Alles in allem ist es wichtig, Maßnahmen für eine ausreichende Versorgung der Studenten zu treffen. Denn in Zeiten ohne Wehrpflicht und Studiengebühren sind die Universitäten vor allem in den frühen Semestern stark überlaufen. Dadurch hat sich das Studieren an sich schon deutlich entpersonalisiert und den Wohlfühlfaktor der Studenten spürbar gesenkt. Da die Hochschulen dagegen kurzfristig kaum etwas unternehmen können, ist es umso wichtiger durch ein ausreichendes Speise- und Getränkeangebot wenigstens in dieser Hinsicht das Wohlbefinden der Studierendenschaft an der Universität zu fördern.