Kaffeevollautomaten
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Wenn die App den Kaffee kocht - Telemetrie bei Kaffeeautomaten

In Zeiten von SmartHome und selbstfahrenden Autos liegt eine vernetzte Kaffeemaschine nicht fern. Doch was bringt einem eine solches Gerät? Was sind die Vorteile und wo liegen die Schwächen? Einen Überblick über die neuesten Technologien erhalten Sie hier.

Wenn die App den Kaffee kocht - Telemetrie bei Kaffeeautomaten

Bedienung per App

Was man schon aus modernen Restaurants kennt, in denen die Speisen per Tablet bestellt werden, wird für Sie zu Hause, im Büro, auf Messen oder im Einzelhandel auch umsetzbar, wenn Sie sich für ein smartes Gerät entscheiden. Je nach Hersteller und Gerätetyp ist der Kaffeevollautomat entweder über Bluetooth oder das Internet mit Ihrem Smartphone oder Tablet verbunden und lässt sich über eine App des Herstellers steuern. Hierüber haben Sie verschiedene Möglichkeiten, Ihr Gerät zu konfigurieren, den persönlichen Präferenzen anzupassen und zu bedienen.

Personalisierter Kaffeegenuss

Lieblingsgetränk abspeichern

Eine weitere Zusatzfunktion einiger Automaten ist die Erstellung von personalisierten Rezepten. Hier lässt sich neben den genannten Einstellungen zuerst eine Spezialität wie Cappuccino oder Latte Macchiato auswählen. Anschließend können Sie den Anteil von Kaffee, Milch und Topping bestimmen und so eine eigene Variation kreieren.

Nur mit dem Drücken eines virtuellen Buttons in der App lassen sich hier zum Beispiel Brühstufe, Stärke oder Wassergehalt des Kaffees kontrollieren und verändern.

Eine Speicherfunktion ermöglicht zusätzlich, dass jeder Nutzer seine individuellen Kaffeepräferenzen digital archivieren kann und bei Bedarf nur aus der App an das Gerät senden muss, um das Heißgetränk individuell genießen zu können. Somit entfällt lästiges und zeitaufwendiges Durchblättern der Betriebsanleitung, um den Kaffeevollautomat mühsam an den persönlichen Geschmack anzupassen.

Kaffee ersetzt die Schlummertaste

Die Weckerfunktion ist der Traum eines jeden Kaffeeliebhabers. Denn dieses Feature sorgt dafür, dass das erste, was Sie nach dem Aufwachen erleben, der Genuss eines frischen Kaffees ist. Sie können per App-Steuerung Zeiten bestimmen, zu denen sich der Kaffeeautomat selbstständig einschalten und mit der Zubereitung beginnen soll.

Ähnlich praktisch sind Geräte, die zusätzlich mit GPS ausgestattet sind. Hier „merkt“ die Kaffeemaschine anhand des Smartphones eines Nutzers, wann dieser nach Hause oder ins Büro kommt und bereitet daraufhin das perfekt auf ihn oder sie abgestimmte Heißgetränk zu.

Vorteile für Unternehmen

Doch nicht nur im privaten Bereich kann ein vernetzter Kaffeevollautomat durch innovative Technik überzeugen. Ob Friseursalon, Büro, Einzelhandel und ganz besonders in der Gastronomie entstehen durch den Umstieg auf die neue Technologie viele Vorteile und Chancen für Unternehmen.

Definition „Telemetrie“

Unter Telemetrie versteht man die Fernmessung von funktionsrelevanten Daten und Einstellungen.

Gerade in der Gastronomiebranche haben vernetzte Automaten hohes Potenzial, um die Effizienz im Betrieb zu verbessern.

Zum einen liefert die App dem Nutzer einen detaillierten Überblick über Verbräuche, Umsatz und technische Details. Diese Daten sind für das Controlling essentiell und lassen sich einfach aus der Applikation in das vorhandene System übertragen. Gerade für standortübergreifende Unternehmungen bietet sich diese Hilfestellung an, um hundertprozentige Abrechnungskontrolle und Transparenz zu gewährleisten.

Zum anderen kann mit Hilfe dieser Daten eine ausführliche Analyse über das Kaufverhalten der Kundschaft erstellt werden. Das heißt Sie als Betreiber sehen genau, wann und in welchen Mengen bestimmte Produkte gekauft werden. Daraus können Sie Strategien entwickeln, um zum Beispiel starke Produkte noch stärker zu bewerben und schwache durch spezielle Marketingmaßnahmen attraktiver zu machen.

Da Sie je nach Gerät auch in der Lage sind per Knopfdruck die Preise Ihrer Kaffeespezialitäten zu verändern, können Sie zusätzlich aus den oben genannten Ergebnissen Anpassungen in Ihrer Preispolitik vornehmen und somit schnell auf Änderungen der Konkurrenz oder des Kunden reagieren.

Ein weiteres Segment, das aus diesen Daten profitiert ist das Bestands- und Lagerhaltungsmanagement. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

Zum einen kann der Automat selbst Bestellungen auslösen, wenn sich die Vorräte dem Ende zuneigen und zum anderen können Sie selbst aus den Daten Bestellvorgänge kontrollieren und bearbeiten. Das bedeutet, dass durch den optimalen Bestellpunkt neuer Verbrauchsgüter für Ihre Kaffeemaschine die Lagerhaltungskosten minimiert werden und Sie den freigewordenen Platz anderweitig nutzen können.

Außerdem werden Ausfallzeiten reduziert: Gerade in der Gastronomie ist es wichtig, Probleme sofort beheben zu lassen, um Umsatzeinbußen zu verhindern. Dafür haben einige Kaffeevollautomaten die Zusatzfunktion eines automatischen „Technikerrufes“, sobald Probleme auftreten, die für einen einwandfreien Gebrauch schnell behoben werden müssen.

Bei richtigem Einsatz können diese Möglichkeiten, die ein mit Telemetrie-Technologie ausgestatteter Kaffeevollautomat bietet, zu einer hohen Effizienz- und Umsatzsteigerung im Unternehmen führen.

Bezahltechniken

Zusätzlich zu den Funktionen über die App werden moderne Kaffeeautomaten zusehends mehr und mehr mit bargeldlosen Bezahlmöglichkeiten ausgestattet. Neben den bereits seit Jahren verwendeten Bezahlkarten treten nun Möglichkeiten wie Paypal, Near Field Communication und das Bezahlen mit dem Smartphone in den Vordergrund.

Durch diese Techniken kann sich die Kassenzeit während des Kaufvorganges extrem reduzieren, sodass die Wartezeit für Kunden sinkt und sich mehr Menschen dafür entscheiden, einen Kaffee aus Ihren Automaten zu beziehen.

Bezahlung in geschlossenen Systemen wie beispielsweise dem Büro

Oft kommt es vor, dass sich Kollegen die Kosten für Kaffee und Zubehör am Arbeitsplatz teilen. Dabei gibt es verschiedene Arten der Kostenteilung. Man kann die Kosten am Ende des Monats zum Beispiel einfach durch die Anzahl der Personen teilen oder aber jeder Mitarbeiter trägt sich in eine Liste ein, wenn er einen Kaffee zieht. All diese Vorgehensweise besitzen Streitpotenzial über Ungerechtigkeiten, wenn es um die Bezahlung geht.

Auch für dieses Problem haben Hersteller von vernetzten Kaffeevollautomaten passende Lösungsansätze entwickelt: Hier gibt es Automaten, bei denen jeder Mitarbeiter ein eigenes Konto besitzt. Dieses lädt er entweder vor Benutzung mit einem gewissen Betrag auf und kann solange Kaffee beziehen, bis das Guthaben verbraucht ist, oder das Gerät protokolliert die Bestellungen und verrechnet die Kosten für die Kaffeespezialitäten zum Beispiel mit dem Gehaltskonto.

Datenschutz

Hier haben Verantwortliche dafür zu sorgen, dass die Datenschutzrichtlinien des Unternehmens nicht verletzt werden. Denn Mitarbeiter sollten bei einer kleinen Kaffeepause außerhalb der geregelten Pausenzeiten keinen Eintrag in die Personalakte zu fürchten brauchen.

Ein guter Kaffee am Arbeitsplatz steigert die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter. Daher lohnt sich der Einsatz eines guten Kaffeevollautomaten im Büro oder Betrieb.

Service und Wartung

Mindestens von genauso großer Bedeutung wie die internen Unternehmensvorteile eines vernetzten Kaffeevollautomaten sind die Verbesserungen, die im Bereich Service und Wartung entstehen.

Nutzen Sie einen Kaffeeautomaten, der an das Internet angeschlossen ist, so kann der technische Service des Herstellers ebenfalls eine bestimmte Mengen an Daten der Maschine einsehen. Dies ist sehr vorteilhaft, wenn bei dem Gerät geringfügige Fehler auftreten, die der Laie nicht bewältigen kann, für die aber auch kein Techniker anrücken muss. Ist dies der Fall, kann der Wartungsdienst über das Internet eine Fernwartung durchführen, das Problem diagnostizieren und von seinem Arbeitsplatz aus eine eventuell notwendige Konfiguration vornehmen. In den meisten Fällen ist dieser Vorgang erfolgreich und die Ausfallzeit Ihres Gerätes fällt sehr gering aus. Zusätzlich haben Sie die Kosten für den Besuch des Technikers gespart.

Liegt tatsächlich ein schwerwiegenderes Problem vor, das eine geschulte Vorort-Reparatur erfordert, kann sich der Techniker ebenfalls über eine Ferndiagnose perfekt auf seinen Einsatz vorbereiten. So weiß er zum Beispiel schon im voraus, welche Ersatzteile für das Gerät notwendig sind und ob er spezielles Werkzeug benötigt. Ein weiterer Pluspunkt in der Optimierung der Wartungskosten ist, dass die Wartung nicht wie bisher in zeitlich abgestimmten Intervallen erfolgt, sondern abhängig von der Nutzung der Maschine ist.

Weltweiter Abruf von Daten

Natürlich spielt es bei der Fernwartung keine Rolle an welchem Standort auf der Welt Sie sich befinden. Die Daten sind von jedem internetfähigem Gerät abrufbar. Ein Beispiel, bei dem das von höchster Wichtigkeit ist, sind moderne Kreuzfahrtschiffe. Hier hat die Zentrale die Funktionen aller an Bord befindlichen Kaffeevollautomaten im Blick und kann technische Probleme oder Versorgungsengpässe schnell diagnostizieren. Ist dies der Fall, wartet am nächsten Hafen der Techniker oder Lieferant mit passender Hilfe.

Alltägliche Wartung und Reinigung

Auch wenn es um die alltägliche Wartung, Ausstattung oder Reinigung Ihrer Geräte geht, leistet die Telemetrie-Technologie Unterstützung. Erforderliche Reinigungsmaßnahmen wie die Entleerung des Kaffeesatzbehälters oder das Auffüllen der Bohnen werden dem Nutzer per App angezeigt.

Dies funktioniert zum Beispiel auch sehr gut auf Messeständen, an denen die Besucher und potenziellen Kunden und Geschäftspartner selbst die Kaffeevollautomaten bedienen und die Verantwortlichen keine Zeit haben, die verschiedenen Geräte hinsichtlich Befüllung und Sauberkeit regelmäßig zu kontrollieren. Deshalb erhalten Mitarbeiter Push-Meldungen auf Smartphone oder Tablet, und können mit einem Blick feststellen, bei welchem Gerät an welchem Standort welche Maßnahmen getroffen werden müssen.

Schwächen der Bezahltechnik via App

Eine neue Technologie muss erst perfektioniert werden und bringt am Anfang noch Schwächen und Herausforderungen mit sich. So verhält es sich auch - wenn zwar nur in geringem Maße - auch mit vernetzten Kaffeevollautomaten. Neben der erwähnten Datenschutzproblematik muss die Sicherheit von unternehmensinternen Daten gewährleistet sein. Diese hängt meist von der IT-Unternehmensstruktur ab. Deshalb müssen auch die Kaffeeautomaten in das jeweilige Sicherheitssystem eingebunden werden, um hundertprozentigen Schutz zu garantieren.

Einen weiteren Schwachpunkt stellt die Abhängigkeit der Geräte von einem meist drahtlosen Netzwerk dar. Fällt dieses aus, sind die Funktionen des Gerätes stark eingeschränkt. Trotzdem lässt sich meist mit der lokalen Bedienung über Knöpfe an der Maschine selbst weiterhin Kaffee beziehen. Viele Hersteller haben auch schon Geräte im Portfolio, die die Daten während eines Ausfalls lokal speichern und bei Wiederherstellung der Verbindung kumuliert übertragen.

Ausblick

Egal ob Filter, Kapsel oder Vollautomat: Für jedes dieser Geräte gibt es bereits vernetzte Lösungen. Diese werden in den kommenden Jahren weiterentwickelt und perfektioniert werden.

Ob aber eines Tages wirklich jeder Haushalt oder Betrieb mit solch einer Kaffeemaschine ausgestattet ist, bleibt fraglich. Denn wie bei den meisten Innovationen gibt es auch hier viele zögernde Konsumenten, die die persönliche Zubereitung Ihres Kaffees schätzen und der neuen Technologie zurückhaltend gegenüberstehen.