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Co-Working Space aus Betreibersicht: Lohnt sich die Eröffnung?

Arbeiten im Co-Working Space? Das gehört für viele Unternehmer und Freelancer zur täglichen Routine. Doch wie steht es um die Betreiber der flexiblen Arbeitsplätze. Der Konkurrenz- und Preiskampf ist groß und neben einer guten Ausstattung brauchen Gründer in dieser Branche vor allem eines: eine gute Lage. Wie profitabel kann ein Co-Working Space dabei sein und was sind mögliche Erfolgsfaktoren?

Co-Working Space aus Betreibersicht: Lohnt sich die Eröffnung?

Chancen eines Co-Working Space

Generell verbindet erfolgreiche Co-Working Spaces die Leidenschaft, mit der die Gründer die Ausstattung wählen, Events planen und ihr Office tagtäglich betreiben. Im Rahmen unserer Serie zu Deutschlands Co-Working Spaces interessiert uns auch die Frage, was Unternehmer an erster Stelle dazu bewegt, in diesem Bereich zu gründen?

Regelmäßiges Einkommen

Der wichtigste Punkt für ein profitables Geschäft sind die Finanzen. Auch bei Co-Working Spaces ist das nicht anders. Trotz der hohen Popularität und steigenden Nachfrage nach flexiblen Arbeitsplätzen ist der Markt hart umkämpft. Laut einer umfassenden Studie über die Co-Working Branche sind in 2017 rund 40 Prozent alle Co-Working Spaces profitabel. Dabei wird der Break-Even Point mit den Tages-, Wochen- und Monatsmieten durchschnittlich nach 13 Monaten erreicht.

Der Erfolg des Spaces hängt im Wesentlichen von den aktiven Mitgliedern und dem Platzangebot ab. Nur mit Hilfe regelmäßiger Co-Worker können Unternehmer ein kontinuierliches Einkommen erzielen. Da es dauern kann, bis sich ein ausreichend großer Kundenstamm bildet, müssen die laufenden Kosten sowie erste Inneneinrichtungs- und Ausstattungskosten schon während der Gründung im Blick behalten werden.

Laufende Kosten im Co-Working Space

  1. Miete

    Da ein ein guter Standort (am besten in einer Großstadt) eine wichtige Voraussetzung für einen profitablen Co-Working Space ist und auch die Größe eine wichtige Rolle spielt, fallen mit dem Einzug erste hohe Mietkosten an.

  2. Strom/Internet

    Auch diese laufenden Kosten während des Betriebs müssen kalkuliert werden. Freelancer und Digital Natives vertrauen auf ein starkes und störungsfreies Internet.

  3. Personal

    Selbst im kleinsten Co-Working Space sollten tagsüber Ansprechpartner zur Verfügung stehen, die Anrufe entgegennehmen oder bei technischen Fragen Hilfestellung leisten. Studenten oder Minijobber können diese Aufgabe relativ kostengünstig übernehmen.

  4. Verpflegung

    Wer herausstechen will, muss seinen Gästen etwas bieten. Die inkludierte Versorgung mit Getränken und Snacks gehört bei vielen Co-Working Spaces schon zum Standard. Gerade Kaffee ist während der Arbeit für die meisten fast wichtiger als der Computer. Für Gründer von Co-Working Spaces eignen sich hier besonders Leasingangebote . Für einen geringen monatlichen Betrag können die Mitglieder modernste Kaffeevollautomaten nutzen und qualitativ hochwertigen Kaffee bei der Arbeit genießen.

Netzwerken leicht gemacht

Co-Working Spaces sind unter anderem so beliebt, weil hier leicht Kontakt zu anderen Unternehmern geknüpft werden kann. Dasselbe gilt für die Betreiber der Arbeitsflächen. Neben den eigenen Mitgliedern können Unternehmer auch mit organisierten Vorträgen oder Workshops ihr Netzwerk einfach erweitern.

Möglichkeiten für Start-Ups

Ein weiterer Punkt, der die Betreiber von Co-Working Spaces zur Gründung bewegt, ist eher uneigennützig. Ein Co-Working Space bietet jedem Kleinunternehmer, Freelancer oder Startup die Möglichkeit, sich in einem kreativen Umfeld zu verwirklichen. Als „Gastgeber“ können Aufsteiger gefördert und Erfolge gemeinsam gefeiert werden.

Risiken der Gründung eines Co-Working Spaces

Wie in jedem Wirtschaftssektor gibt es auch beim Co-Working einige Risiken, denen sich die Betreiber stellen müssen.

Zu geringe Preise für die Nutzer

Gerade in Deutschlands Großstädten entscheiden sich immer mehr Unternehmer dazu, ihren eigenen Co-Working Space zu eröffnen. Durch die erhöhte Konkurrenz steigt der Preisdruck auf die einzelnen Anbieter. Da die häufigsten „Kunden“ sparsame Freelancer und Unternehmer in der Anfangsphase sind, ist die Preissensitivität im Markt sehr hoch. Um hier mitzuhalten, werden die Preise oftmals gesenkt, ohne auf die monatlichen Kosten des Spaces zu achten.

Co-Working Space: Nur ein Nebengewerbe?

Viele Unternehmen spielen bei der Suche nach einer geeigneten Immobilie mit dem Gedanken, freie Flächen als Co-Working Space neben dem Kerngeschäft anzubieten. Was sich zunächst wie eine lukrative Möglichkeit anhört, einfaches Einkommen zu generieren, muss sorgsam geplant werden. Dabei stehen viele offene Fragen im Raum:

  • Wer darf kommen? Eine Einladung für Berufstätige aller Branchen müssen die meisten Unternehmen ausschließen. Zu groß ist die Gefahr, durch die Konkurrenz beobachtet zu werden.
  • Ausstattung: Neues Netzwerk und eigene Technik für die Co-Worker?
  • Lautstärke: Fühlen Sich die Mitarbeiter durch das Kommen und Gehen der Co-Worker abgelenkt?

Entscheiden sich Unternehmen dennoch für diese Art des „Nebengewerbe“, sollte hier mindestens eine Stelle geschaffen werden, die sich nur mit der Entwicklung sowie dem laufenden Betrieb befasst.

Erfahrungsgemäß ist es jedoch schwierig, solche Co-Working Spaces langfristig profitabel zu gestalten. Meist schaffen die Verantwortlichen es nicht die geeignete „Stimmung“ zu kreieren und das passende Publikum anzusprechen.

Ausreichendes Wachstum für Neugründung?

Da der Co-Working Sektor einen relativ jungen Markt darstellt, ist es schwer, Wachstum oder Rezession vorher zu sagen. Der momentane Trend steigt definitiv, doch ob eine so flexible und offene Arbeitsumwelt auch in Zukunft noch gefragt sein wird, bleibt abzuwarten. Gerade in Hinsicht auf langfristig ausgelegte Mietverträge ist ein Blick in die Zukunft besonders wichtig.

Man hat es selbst in der Hand!

Das man mit einem oder mehreren Co-Working Spaces erfolgreich sein kann, zeigt das Beispiel von WeWork. Die internationale Firma betreibt und vermietet Arbeitsflächen rund um den Globus und wurde kürzlich mit 20 Milliarden Dollar bewertet. Dabei spielt das Konzept eine große Rolle. Denn das Office ist nicht nur der Arbeitsplatz vieler Menschen, sondern erschafft unter allen Mitglieder ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Modernste Ausstattung, freie Getränke und sogar ein Bier-Flatrate für den Feierabend runden das Geschäftskonzept ab.

Für einen Erfolg gibt es allerdings nie eine Garantie, sondern nur einige Tipps, mit denen Gründer die Weichen in die richtige Richtung stellen können.

Tipps für den erfolgreichen Co-Working Space

  1. Community bilden!

    EIne treue Community ist das A&O für einen erfolgreichen Start ins Co-Working Geschäft. Gerade in Großstädten mit starkem Konkurrenzdruck ist das wichtig. Deshalb müssen Unternehmer schon vor Eröffnung über Social Media oder mit Hilfe anderer Co-Working Spaces auf sich aufmerksam machen und Interessenten mit kostenlose Probestunden oder interessanten Vorträgen und Aktionen überzeugen.

  2. Lokales SEO

    Die oben genannte Studie zeigt, dass die lokale Suchmaschinenoptimierung großen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg hat. Wer oft gefunden wird, wird auch oft besucht.

  3. Coworking Visa

    Ein hoher Anteil der Co-Worker sind Freiberufler oder Angestellte, die viel unterwegs sind und auf Geschäftsreisen einen passenden Arbeitsplatz suchen. Um dieser Zielgruppe entgegenzukommen, bieten viele Co-Working Spaces gemeinsame „Visa“ an. Besitzer dieser Karte können dann in allen teilnehmenden Büros arbeiten.

In jedem Fall müssen Betreiber von Co-Working Spaces die Gründung mit voller Leidenschaft angehen. Nur wer die Start-Up Szene, unkonventionelle Arbeit und das kreative MIteinander mag und verkörpern kann, wird hier als Gründer erfolgreich.